Mit dem Segler KFK „Sirius“ nach Wismar

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Es ist wieder soweit. Der Segeltörn des Stadtsoldaten-Knubbels „The Marins“ für das Jahr 2002 steht an. Das Ziel liegt das erste Mal nicht wie gewohnt in Holland, sondern unser Ausgangspunkt heißt Lükeck.
Um 9.00h am 16.08.02 geht es mit 4 Pkws und 12 Stadtsoldaten als Passagiere Richtung Norden. Nach über 5 Stunden Fahrt, vielen Baustellen und vielen Staus, stehen wir dann vor „unserem“ Schiff, 1942 als Kriegs Fischerei Kutter (KFK) in Schweden gebaut, 25 Meter lang, 6 Meter breit, Tiefgang 3 Meter und 120 t schwer.
An Bord empfängt uns Eigner und Skipper Wilfried Rahlff-Peterson nicht nur sehr herzlich sondern auch mit einem Willkommenstrunk.

Heute Abend gehen wir alle gemeinsam auf den schönen alten Marktplatz, wo u. A. das bekannte Schwedenhaus im Stil der Backsteingotik steht. Hier gibt es ein Live-Konzert für uns als Begleitung zum Abendessen. Es ist ein seltener Genuss, um sich herum alte Häuser in einem tadellosen Zustand zu sehen, und keines gleicht dem anderen. Aber auch dieser wunderschöne Abend geht in den nächsten Morgen über und vor unserem Schiff gibt es dann, es ist immerhin schon wieder 1.45h noch eine Riesenüberraschung, über die den ganzen Abend getuschelt wurde, ohne das wir wussten, um was es sich handeln könnte – EIN TOLLES FEUERWERK !!

Sonntag, 18.08.02, um 7.55h, wird eine Glocke geschlagen und jemand ruft laut - Reise - Reise. Schon wieder wird eine Nacht grausam beendet und wir sitzen schon bald erneut am Frühstückstisch. Heute ist alles ein bisschen leiser und langsamer als vor 24 Stunden, wobei natürlich niemandem der Grund für die Ermüdungserscheinungen klar zu sein scheint.

Bevor es dann um 15.30h losgeht muss erst die Stadtsoldatenfahne gehisst werden. Das Antreten der Stadtsoldaten lässt noch starke Defizite hinsichtlich des Ausrichtens der Reihe erkennen, was jedoch niemanden stört, weil es niemandem auffällt, kurz, es ist wie immer. Unter Motor geht es jetzt den Fluss Trave abwärts bis Travemünde (wer errät dann jetzt, wo diese Stadt liegt???), und weiter, leider ohne Wind, durch die Ostsee bis nach der Hansestadt Wismar im ehem. Osten, wo wir gegen 20.30h anlegen. Dort erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bei an Bord gezapftem herrlich frischem Holsten-Pils.
Es folgt ein Besuch in der Stadt mit den vielen liebevoll restaurierten Bauten der Backsteingotik, allen voran alleine 3 Kirchen. Ein Straßenschild gibt Auskunft über die geographische Lage diesen schönen Ortes: Rostock 58 KM, Lübeck 61 KM. Nach unterschiedlich langen Spaziergängen über z. T. uralte Straßen mit dem original Kopfsteinpflaster, ein Erlebnis der besonderen Art für elegante Stöckelschuhe, finden sich alle ein im „Brauhaus am Lohberg zu Wismar“, wo es hausgemachtes Bier nach alter hanseatischer Tradition gibt. Das Haus stammt aus dem Jahre 1452 und ist sehr aufwendig restauriert.

Um 9.25h heißt es dann. „Alle Soldaten antreten zur Ehre der Besatzung“. Der „Baas“ übergibt an den Kapitän und seine 2 Mann Besatzung den noch aktuellen Karnevalsorden, den diese sich dann mit Begeisterung um den Hals legen. Unser Skipper oder Kapitän lässt sich auch nicht lumpen und revanchiert sich mit einem gemaltem eingerahmten Bild von seinem Schiff „Sirius“.
Danach müssen wir Abschied nehmen von Wismar, einer Stadt, die uns so gut gefallen hat und die man für einen Besuch jedem nur empfehlen kann. Der Weg zurück nach Lübeck dauert ca. 5 Stunden. Unterwegs unternehmen wir noch einmal den Versuch, mit der Kraft des Windes unser Ziel zu erreichen, aber diesmal lag es nicht an zu wenig Wind, sondern daran, dass er aus der falschen Richtung kam, dass das nichts brachte.
Das Mittagessen an Bord nehmen wir bei strahlendem Sonnenschein ein. Es gibt Gulaschsuppe, Kartoffelsalat mit Rostbratwürstchen, Frikadellen und Mettwürstchen und den Rest Rote Grütze mit Schlagsahne.
Gegen 13.00h sind wir in einem Schwarm von Segelbooten in der Nähe von Travemünde. Die Sonne scheint immer noch ungetrübt und es ist ein wunderschönes Erlebnis. Große Fährschiffe passieren uns, der belebte Strand ist zum Greifen nahe, das Hochhaus den Hotels „Maritim“ steht fast vor uns. Noch rund 15 KM sind es jetzt noch bis nach Lübeck die Trave hoch. Am linken Ufer, fast unberührt und ohne Bebauung (das war DDR-Gebiet), ankern jede Menge Motor- und Segelboote. Idylle pur.
Unsere Anlegestelle erreichen wir fast genau um 15.00h. Wir dürfen nicht sofort von Bord. Es gibt noch einen Abschiedstrunk, natürlich ohne Alkohol, denn noch ca. 500 KM und 5 Stunden Fahrt liegen vor uns. Die Fahne wird eingeholt und mit einiger Wehmut verabschieden wird uns von unserem Skipper Wilfried, dem „Signalmaat“ Jörg und dem „Chef-Smutje“ Dieter

Gegen 2.00h sind die meisten dann endlich in ihren ziemlich engen Kojen und versuchen bei der Hitze zu schlafen. Wer das geschafft hat, für den ist um 5.15h die Nacht aber abrupt am Ende. Vor unserem Schiff singen 2 uns bekannte Stimmen sehr laut und gar nicht schlecht: “So ein Tag, so .....“, und nicht nur die erste Strophe!
Am nächsten Morgen um 8.00h stehen die ersten schon wieder auf und vorbei ist die Nacht. Wilfried, unser Skipper, kommt mit frischen Brötchen an und es wird hervorragend gefrühstückt. Die Gesichter unserer 2 Sänger konnten die Spuren der langen Nacht nicht verschwinden lassen.
Um 10.00h hieß es dann Leinen los bei glatter See und keinem Wind. An 2 Stellen können unsere Angelspezialisten ihre Leinen auswerfen, aber niemand fängt einen Fisch. Das Mittagessen besteht aus 2 Suppen: Entweder Kartoffelsuppe mit Wurst, Krabben und gerösteten Zwiebeln oder einer schmackhaften Gulaschsuppe. Zum Nachtisch gibt es Rote Grütze und als Degestiv einen Fürst Bismarck oder einen Grappa.
Ein aufkommender leichter Wind lässt uns gegen 14.00h die Segel setzen, aber das schwere Schiff kommt nur langsam in Fahrt. Der Hafen von Wismar hat uns dann so um 18.00h wieder und es gibt ein fürchterliches Gedränge vor den beiden Duschen.