Nur für Stadtsoldaten

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Wie, Wann, Wo hat alles angefangen?

 

GründungsmitgliederDas kann man eigentlich mit einem Satz beantworten: Weil es in Hennef zwei Karnevalsnarren gibt, et Löckchen (Friedhelm Nolden) und et Schiefje (Karl-Heinz Decker). Ja, uns haben sie den Karneval schon bei der Geburt mit ins Blut gegeben.
Unsere Väter waren schon im Elferrat der I. Hennef KG v. 1902 und haben direkt nach dem Krieg den Karneval in Hennef wieder mit auf die Beine gestellt.
Was blieb uns beiden schon anderes übrig als mitzumachen.
Im Elferrat haben wir uns die ersten Sporen verdient, wir waren uns für keinen Blödsinn zu schade. Wenn wir es übertrieben haben, das soll auch schon vorgekommen sein, haben wir uns auch entschuldigt. Aber Spaß hatten wir eigentlich immer, vor allen Dingen auf den Sitzungen, wenn wir den Tanzcorps applaudiert haben, wären wir am liebsten aufgesprungen und hätten mitgetanzt. Und dann die schönen Uniformen, die uns beiden im zivilen Leben leider Gottes nie vergönnt waren. Einmal, nach einem Auftritt der „Dellbrücker Buure (Schnäuzer-Ballett), hatten wir fast direkt unterschrieben. Nur der Gedanke an das ewige Heimweh hatte uns doch davon abgehalten.
Aber die Gedanken an eine schöne Soldatenzeit, in bunten Röcken und einer eigenen Fasson, ließen uns einfach nicht mehr los.
Im Januar 1983 war es dann endlich so weit, ich feierte meinen Namenstag, wie jedes Jahr auf ‚Karl der Große’, als kleines Kostümfest.
Drei Freunde ließen sich von ihren Frauen entschuldigen, sie kämen aus besonderem Grund später.
Ja und dann brach das Schicksal über uns herein, die Tür ging auf, und die Drei kamen als Stadtsoldaten kostümiert und wollten mich überraschen, was ihnen auch völlig gelungen ist.
Friedhelm, unser heutiges Löckchen, Herbert, unser Röggelchen und Gerd, unser 1. Funkemariechen, hatten sich im Kölner Offenbachtheater historische französische Uniformen geliehen.
Der Abend war gesichert. Endlich kam ein jahrelanger Traum in greifbare Nähe. Wir haben uns die Köpfe heiß geredet an dem Abend. Es traf sich gut, dass ich in der Session Adjudant des Hennefer Prinzenpaares ‚Alois d. I. und Dagmar die I.’ war und schlug also vor: Beim nächsten Auftritt sollten die drei ‚Soldaten’ in ihren Uniformen das Prinzenpaar begleiten. Viel Überredungskunst war nicht erforderlich und die Zusage wurde per Handschlag besiegelt. Der erste Auftritt war dann beim Altenfest in Allner. Und das ging so: Einzug des Prinzenpaares mit Begleitung, Reden, Kaffeetrinken, zum Dessert ein paar kleine Bierchen und schon war das Ding geritzt. Ich empfahl dem Verantwortlichen, Werner Euler, (später Prinz Werner der II.) den Auftritt der 1. Hennefer Stadtsoldaten, selbstverständlich ohne Wissen der drei beteiligten Hauptpersonen. Dann wurde über Mikrophon plötzlich eine Welturaufführung angekündigt: 1. öffentlicher Auftritt der 1. Hennefer Stadtsoldaten.
Das Gelächter war groß, Friedhelm und Gerd ließen sich direkt auf den Jux ein, nur unser Herbert wollte schnell verduften, ha er meinte, er müsste dringend in seine Backstube, um Brötchen für den nächsten Tag zu backen. Hier war ich wieder gefordert, und mit einiger Überredungskunst und Bierchen war der Herbert umgestimmt.
Die Drei haben dann einen Gardetanz auf die Tanzfläche gezaubert, als hätten sie jahrelang geübt, es war wunderbar. Ich hätte nicht geglaubt, dass so etwas ohne entsprechende ‚militärische und tänzerische Vorbildung’ möglich wäre. Aber wer die Drei kennt, der weiß, wie viel Humor und Mutterwitz die haben, und dass der Saal dann förmlich aus dem Häuschen war, das brauche ich sicher nicht noch näher zu erläutern. Mehrere Zugaben mussten sie noch tanzen, das besagt eigentlich alles.
Nach dem Erfolg gab es kein Zurück mehr, noch am gleichen Abend war der zweite Auftritt bei den Sportfreunden in der Aula des Abtshof. Auch hier tanzten die Drei als hätten sie nie etwas anderes getan. Humorvoll und mit vielen spontanen Einfällen wurde der Saal in Hochstimmung versetzt. Mit diesen Erfolgen gab es für uns kein Zurück mehr. Unser lang gehegter Traum konnte sich erfüllen, man brauchte das Motivationsrad nur in Schwung zu halten.
Bei unserem Präsidenten, Heinz Bohlscheid, lief ich offene Türen ein als ich vorschlug, noch mehr Uniformen zu leihen.
Also holten wir alle Uniformen, die im Offenbachtheater noch zu haben waren und rekrutierten weitere Elferratsmitglieder.
Die weiteren Auftritte des Prinzenpaares wurden dann zu einem vollen Erfolg.
Auftritte im Bürgerhaus Bülgenauel, beim Cito-Geistingen und Karneval in Stossdorf, wo Gerd über einen eingedeckten Tisch auf die Tanzfläche gesprungen ist, ohne eine Flasche oder ein Glas zu berühren oder der letzte Auftritt bei der Concordia in der Aula werden uns unvergesslich bleiben.
Es war eine unvergessliche Karnevalssession 1983, und für Friedhelm und mich stand es fest, jetzt oder nie, das muß der Anfang einer lustigen Militärzeit sein und wir stellen ein Regiment auf.
Wir haben dann die nächsten Monate humorvolle und begeisterungsfähige Karnevalisten angesprochen und überzeugen können bei einer Stadtsoldatentruppe aktiv mitzumachen.
Am 25.08.1983 war es dann endlich so weit, bei schönem Sommerwetter waren wir bei mir, in der Löhestr. 20 auf dem Balkon, haben ein Fässchen angeschlagen und eine erste ‚konstituierende Versammlung’ abgehalten.
Eingeladen haben: Karl-Heinz Decker und Friedhelm Nolden.
Eingeladen waren und sind auch gekommen: Klinkhammer Knut, Kerschgens Willi, Kreuz Herbert, Grossmann Franz, Lindlar Hans-Peter, Birkmüller Hans-Heinz und Gerd Hieronymus.
Alle Erschienenen waren direkt für unsere Idee ein Tanzcorps zu gründen, wenn möglich noch ein paar bekannte, humorvolle und gestandene Männer zu rekrutieren und in den schon bekannten historischen französischen Uniformen aufzutreten. Wir haben dann über verschiedene Truppennamen diskutiert, so z.B. Torwache, Turmgarde, Stattsoldaten mit zwei t u.s.w., geeinigt haben wir uns dann zum Schluß auf unseren heute bekannten Namen: I. Hennefer Stadtsoldaten vun 1983.
Dass jeder der mit auftreten will eine eigene Uniform haben muß, die er selbst bezahlen und den Uniformpreis für die eigene Frau geheimgehalten werden „soll“, das ist alles einstimmig beschlossen worden.
Am 14.1.1984 fand dann die erste offizielle Veranstaltung , mit Einkleidung und Vereidigung der neuen Stadtsoldaten, in der Winterscheider Mühle statt.